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Klimaneutral

Veranstaltung Klimaneutral

 

Sie möchten wissen, wie hoch die Treibhausgas-Emissionen Ihrer Veranstaltung sind, um sie zu reduzieren oder auszugleichen? Wir, das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, erstellen Ihnen Ihre Treibhausgas-Bilanz und beraten Sie unabhängig, neutral und auf wissenschaftlicher Basis zu Vermeidungs- und Ausgleichsmöglichkeiten.

 
 

Klimaneutrale Veranstaltung

Jede Tätigkeit des Menschen hinterlässt einen CO2-Fußabdruck, so auch jede Art von Veranstaltung. Veranstaltungen können sehr unterschiedliche Charakter, Formate und Größe haben. Wenn es Ihr Ziel ist, den Fußabdruck ihrer Veranstaltung zu reduzieren oder gar zu neutralisieren, empfehlen wir Ihnen folgenden Ablauf: Vermeiden – Vermindern – Ausgleichen. Die effizienteste Art Klimaschutz zu betreiben, ist Emissionen zu vermeiden oder zumindest deutlich zu verringern. Gern beraten wir Sie dazu, eine möglichst hohe Reduktion durch gezielte Maßnahmen in der Organisation ihrer Veranstaltung zu erreichen. Nachdem diese Reduktionspotenziale ausgeschöpft sind, können die restlichen nicht vermeidbaren Emissionen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden. Oftmals geht dies in der Praxis Hand in Hand.
Nach erfolgtem Ausgleich wird das Siegel "Veranstaltung klimaneutral" verliehen.

Methodik

Wir berechnen den CO2-Fußabdruck Ihrer Veranstaltung auf Basis der Lebenszyklusanalyse. Mit dieser Methode können die Klimawirkungen von Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen aus dem vollständigen Lebensweg („von der Wiege bis zur Bahre“) ermittelt werden. Dabei werden nicht nur die während des eigentlichen Nutzungsprozesses freigesetzten Treibhausgase (z.B. Gebäudeheizung oder Benzinverbrauch) berücksichtigt, sondern auch die bei der Bereitstellung und Entsorgung des Produktes entstehenden Emissionen (z.B. bei der Herstellung von Lebensmitteln oder der Entsorgung von Abfällen).

Die auftretenden Klimawirkungen werden nach dem Prinzip der CO2-Äquivalent-Emissionen bilanziert und umfassen neben Kohlendioxid (CO2) auch weitere Treibhausgase wie Methan (CH4) und Lachgas (N20). Diese Gase beeinflussen den Treibhauseffekt um ein Vielfaches stärker als die gleiche Menge an CO2. Um diese verschiedenen Wirkungen miteinander vergleichen zu können, werden die emittierten Mengen an CH4 und N2O in die Menge an CO2 umgerechnet die die gleiche Wirkung auf das Klima hervorrufen würde – den CO2-Äquivalenten.

 
   

Emissionen im Alltag

1kg CO2 oder 1t CO2 sind sehr abstrakte Größen. Um diese Werte besser veranschaulichen zu können, führen wir an dieser Stelle einige Beispiele für durchschnittliche Klimawirkung von Treibhausgas-Emissionen aus dem Alltag auf:

- mit dem Auto zur Arbeit (15 km) - ca. 2,3 kg CO2
- mit dem ÖPNV zur Arbeit (15 km) - ca. 0,29 kg CO2
- 1 Waschgang (60°C) mit Toplader - ca. 0,55 bis 0,63 kg CO2
- 1 x Wäschetrockner benutzen - ca. 1,5 bis 3,5 kg CO2
- 1 Geschirrspülgang (im Normalbetrieb) - ca. 1,9 kg CO2
- Kühlschrank mit Gefrierfach - ca. 110 bis 190 kg CO2 pro Jahr
- Glühlampe (60 W) - ca. 0,038 kg CO2 pro Stunde
- Energiesparlampe (11 W) - ca. 0,007 kg CO2 pro Stunde
- 1 Pizza backen - ca. 0,3 kg CO2
- 1 x baden in der Badewanne - ca. 1,9 kg CO2
- 1 x duschen (ca. 7 min. 35°C) - ca. 1,1 kg CO2
- 1 Flug, 4 Personen (Düsseldorf - Mallorca und zurück) - ca. 2.500 kg CO2
- 1 Flug mit 1 Person (Hamburg - Sydney und zurück) - ca. 12.800 kg CO2
 (je nach Effizienzklasse der angewendeten Technik können die Werte der CO2-Emissionen schwanken)

Ausgleichsprojekte

Um die bei Ihrer Veranstaltung nicht vermeidbaren CO2-Emissionen auszugleichen, können Sie in Klimaschutzprojekte investieren. Wir arbeiten mit zwei verschiedenen Formen des Ausgleichs:

Zum einen gibt es klassische Kompensationsprojekte, bei denen eine physisch-bilanzielle Kompensation stattfindet. Dabei werden Investitionen in Klimaschutzprojekte getätigt, die dazu führen, dass jede Tonne emittierten CO2-Äquivalents durch Vermeidung von Emissionen in gleicher Höhe an anderer Stelle, oder die langfristige Bindung von Emissionen kompensiert wird. Diese Projekte werden überwiegend in Entwicklungsländern durchgeführt und umfassen z.B. Maßnahmen zur Aufforstung von Regenwäldern. Für die Kompensation Ihrer Veranstaltungen haben wir derzeit zwei Projekte zur nachhaltigen Emissionsreduktion zur Verfügung. Beide Projekte werden von in Deutschland ansässigen NGOs umgesetzt und unterliegen strengen externen Qualitätskontrollmechanismen.

Zusätzlich bieten wir Klimaschutzprojekte an, in denen der Ausgleich finanz-bilanziell geführt wird. Dieser Ansatz entstand aus zweierlei Motivationen: So war es der Wunsch vieler Kunden, Klimaschutzinvestitionen möglichst regional umzusetzen, sowohl um den Klimaschutzgedanken hier öffentlich präsenter zu machen, aber auch um durch bessere Kontrollmöglichkeiten im Inland ein höheres Vertrauen in die Seriosität der Klimaschutzprojekte zu haben. Zum anderen entzieht sich der Charakter vieler Klimaschutzmaßnahmen den Möglichkeiten einer physischen Bilanzierung. Beispielsweise sind Bildungsprojekte unserer Meinung nach sehr effektiver Klimaschutz, da Menschen befähigt und motiviert werden, ihr Handeln selbst hinsichtlich der Klimawirkung einzuschätzen und Klimaschutz selber umzusetzen. Allerdings lässt sich nicht berechnen, wieviel CO2-Emissionen durch solche Projekte genau eingespart werden. Eine klassische physisch-bilanzielle Kompensation ist damit nicht möglich. Aus diesem Grund entwickelten wir den Ansatz des finanz-bilanziellen Ausgleichs. Hier wird der Ausgleich auf Basis des aktuellen Börsenpreises für CO2-Emissionen durchgeführt. Der aus Ihrer Emissionsmenge und dem aktuellen Preis pro Tonne CO2äq ermittelte Ausgleichsbetrag wird einem von derzeit acht Klimaschutzprojekten Ihrer Wahl zugeführt. Diese Ausgleichsmethode basiert auf der Annahme, dass die langfristige Wirkung der Projektarbeit eine Emissionsreduktion bewirkt, die mindestens der ausgeglichenen Menge Ihrer Emissionen entspricht.

Die Qualität und Seriosität aller hier zur Auswahl stehenden Projekte werden von einem externen Beirat überwacht. Zur Abgeltung unseres Aufwands bei der Berechnung der Emissionen und der Vermittlung der Klimaschutzprojekte werden wir mit 15% des Ausgleichsbetrages vergütet.

Zur Vollständigkeit möchten wir noch darauf hinweisen, dass es sich bei unserem Angebot nicht um eine Beteiligung an einem CO2-Pflichtmarkt handelt, sondern um eine freiwillige Leistung, die auf Ihrem Wunsch, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, basiert.

 

 Das Siegel "Veranstaltung klimaneutral" ist kein Zertifikat im Sinne des Emissionshandels.

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